DZOGCHEN

Gemeinschaft Österreich

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Vajra Tanz

Der Vajra-Tanz ist Meditation in Bewegung und harmonisiert die Energie.

Vajratanz-WebDer Vajra-Tanz ist Teil der Longsal  Belehrungen von Chögyal Namkhai Norbu.  Er ist Meditation in Bewegung und beruht auf den Vajragesang und anderen Mantras der Dzogchen Tantras.
Das Mandala auf dem praktiziert wird, stellt die Übereinstimmung zwischen der inneren Dimension des Individuums und der äußeren Dimension des Universums dar.
Zu speziellen Gelegenheiten wird der Tanz auch in einem eigenen fünffärbigen Gewand praktiziert: blau, weiss, gelb, rot und grün. Diese Farben entsprechen im tibetischen Buddhismus den fünf Elementen – Raum, Wasser, Erde, Feuer, Luft.

Wer durch die Übung des Tanzes zu einem  tieferen  Wissens seiner Bedeutung  gelangt, macht ihn zur Methode, die drei Tore - Körper, Rede und Geist - in den Zustandes der Kontemplation zu integrieren. Klang und Bewegung sind hier ein wesentliche Hilfsmittel. Diese Integration ist eines der bestimmenden Ziele der Dzogchen-Praxis.

Video Vajra Dance

Der Vajra-Tanz ist kein folkloristischer Tanz. Er ist eine tief greifende spirituelle Praxis des Dzogchen Upadesha. Dabei ist er  untrennbar mit der Übertragung und den Lehren des Dzogchen verbunden.  Wirkliches Interesse an diesen Leitlinien ist eine unbedingte Voraussetzung dafür.

 

Autorisierte Lehrerin für Österreich:

  • Elisha Koppensteiner - Wien

 

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In der Ausgabe 4/2012 des Magazins der Österr. Buddhistischen Religionsgesellschaft
Buddhismus in Österreich
wurde nachfolgender Artikel über Vajratanz publiziert.


Die PDF Version inklusive Bildmaterial können Sie hier herunterladen.

Vajra Tanz – Kontemplation in Bewegung für eine Welt im Wandel

Tanz gehört wahrscheinlich zu den ursprünglichsten Ausdrucksformen der Menschheit. Grundsätzlich besteht Tanz aus Körperbewegung in Zusammenhang mit Musik oder Gesang. Tänze werden als Ausdruck von Freude und Lebenslust getanzt, aber auch mit einer ganz bestimmten Funktion. Es gibt Tänze mit denen symbolisch eine Geschichte erzählt wird, die Taten eines Helden oder einer Gottheit. Fruchtbarkeits-, Regen- und Erntedank-Tänze. Tänze die zum Schutz dienen, oder dazu Negativitäten, im Außen oder auch im eigenen Geist zu kontrollieren und zu besänftigen. Wir finden diese Art der Tänze in allen Kulturen, und können sie unter dem Begriff rituelle Tänze zusammenfassen.

Auch in den unterschiedlichen Religionen sind verschiedene Arten von rituellen Tänzen Teil der spirituellen Praxis. Wie zum Beispiel die Sufi Dervish Tänze oder die Taoistischen Spiral-Tänze, bei denen vor allem ein veränderter Bewusstseinszustand erreicht werden soll, durch den die Praktizierenden ihrer eigentlichen Natur oder Göttlichkeit näher kommen.

Auch im Buddhismus, in Mahayana, Vajrayana und Dzogchen sind Tänze Teil der rituellen Praxis. Im Mahayana werden Tänze zur Darbringung der Opfergaben an die Buddhas und Bodhisattvas auch heute noch bei religiösen Festen in Vietnam oder Japan ausgeführt.

In der Buddhistischen tantrischen Tradition sind Tänze ein wesentlicher Bestandteil der rituellen Praxis. Bekannt sind die öffentlich, in den Klosterhöfen gezeigten ‘cham Tänze, auch Masken-Tänze genannt. Weniger bekannt sind die geheimen gar Tänze, die ohne Masken ausgeführt werden, aber immer mit einem Mandala, das die inneren Energien des Körpers der Praktizierenden symbolisch darstellt.

In den Dzogchen Belehrungen werden Vajra Tänze praktiziert, um die Kontemplation in die Bewegung und somit in unser tägliches Leben zu integrieren. In vielen antiken Dzogchen Texten finden wir Anleitungen und Erklärungen zu Vajra Tänzen, und wahrscheinlich wurden diese auch in alten Zeiten praktiziert. Bis zum heutigen Tag blieben aber nur ganz wenige in einigen Klöstern als lebendige Tradition erhalten. Vajra bedeutet unsere wahre Natur, unser wahrer Zustand. Vajra Tanz bedeutet Integration in unsere wahre Natur, in unsere Existenz.
Die Dzogchen Belehrungen sind weder eine Philosophie, noch eine religiöse Doktrin und auch keine kulturelle Tradition. Diese Belehrungen zu verstehen, bedeutet den eigenen Zustand zu verstehen, jenseits aller vom Geist erzeugten (Selbst)Täuschungen. Die letztendliche Bedeutung des tibetischen Begriffs Dzogchen, “Grosse Vollkommenheit“ bezieht sich auf den wahren ursprünglichen Zustand jedes Individuums, und nicht auf irgendeine transzendente Realität.

Sowohl in der tibetischen tantrischen Tradition, als auch in den Dzogchen Belehrungen, wurden viele Methoden, und vor allem die Tänze, durch Visionen und Träume grosser Meisterinnen und Meister offenbart. Es heisst auch, das bestimmte spirituelle Methoden, dann in dieser Form offenbart werden, wenn die Zeit reif ist oder die Notwendigkeit besteht.
Der Dzogchen Meister Chögyal Namkhai Norbu erhielt in einer Serie von Träumen der Klahrheit in den Jahren zwischen 1989 und 1992 die tiefgründige Methode des “Vajra Tanz der die 6 Klassen von Wesen in die 6 reinen Bereiche befreit“.

Einer der Tänze aus diesem Zyklus ist der Vajra Tanz der 6 Befreiungen. Dieser Tanz kann auch als Vorbereitung für die eigentliche Dzogchen Kontemplation angesehen werden. Durch die einfachen, repetitiven, langsamen aber dennoch dynamischen und verwobenen Bewegungen, werden auf der relativen Ebene Spannungen gelöst und der Geist beruhigt. Um diesen Tanz zu praktizieren, bedarf es keiner speziellen Ermächtigung oder Initiation. Er kann von allen Menschen, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit getanzt werden. Die 6 Befreiungen beziehen sich auf die 6 Bereiche samsarischen Daseins, die grundsätzlich dem Bedingt-Sein durch die 6 Emotionen entsprechen: Stolz, Neid, Leidenschaft bzw. Anhaftung, Ignoranz, Gier und Zorn bzw. Hass.

Der Vajra Tanz wird auf einem Mandala, einem konzentrischen Diagramm mit symbolischer Bedeutung ausgeführt. Mandala ist ein Sanskrit Wort und bedeutet auch Dimension. Das Mandala des Vajra Tanzes ist auf der inneren, mikrokosmischen Ebene eine symbolische Darstellung unseres Körpers, mit allen Haupt- und Neben- Chakren (Energie Punkten). Auf der äusseren, makrokosmischen Ebene ist es eine symbolische Darstellung des Planeten Erde.

Beim Tanzen setzten wir die Schritte auf genau festgelegte Punkte auf diesem Mandala, in perfekter Synchronisation mit den Silben des Mantras. Dadurch wird ein Effekt erzielt. Sowohl auf der inneren Ebene der Praktizierenden als auch auf der äußeren Ebene des Planeten werden Verwirrung und Verdunkelung gereinigt. Das Mandala ist zwar eine symbolische Darstellung, dennoch können wir auch die Punkte auf der äußeren Ebene als spezielle Kraftorte des Planeten identifizieren. Wir gehen daher davon aus, dass der Vajra Tanz auch auf der äußeren Ebene dem Planeten und den auf ihm lebenden fühlenden Wesen Nutzen bringt. Wenn die Energie koordiniert und harmonisiert wird, manifestieren sich weniger Probleme, Konflikte und Krankheit im Individuum und genauso in der Gesellschaft oder der Umwelt. Mögen wir alle durch das Erkennen unserer wahren Potentialität, unsere Begrenzungen überwinden, und die Fähigkeit entwickeln Frieden in die Welt zu bringen.

 

 

 

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